Sigur Rós on tour

Erstaunlich, wie Sigur Ros es schaffte, heute in fast aller Munde zu sein. Nicht nur viele Blogs und Islandforen überschlagen sich heute mit Meldungen über das gestrige Konzert, auch in jeder Unterhaltung wird nach dem Gefallen oder Nichtgefallen des gestrigen Konzerts gefragt.

Aber vielleicht erst einmal die knappe Meldung: Im Rahmen einer DVD-Produktion tourt die Band Sigur Rós momentan durch Island. Insgesamt 7 Termine stehen auf dem Tourplan. Der fünfte Halt nach Ólafsvík (24.07.), Isafjörður (26.07.), Djupavík (27.07.) und Öxnadalur (28.07.) war am gestrigen Sonntag in Reykjavik.
Polizeiangaben zufolge zog das kostenlose Konzert etwa 15.000 Menschen in den Park Miklatun. Das Konzert wurde live in verschiedene Kinos weltweit und im isländischen Fernsehen übertragen.

Natürlich habe ich mir das Event auch nicht entgehen lassen und kann mich ehrlich gesagt von der Euphorie, die heute über der Stadt liegt nicht wirklich mitreisen lassen. Dafür ist es aber vielleicht einer kleinen Vorgeschichte nötig.

Ich bin gerade ein paar Tage unterwegs und mache halt in Bildudalur, einem kleinen Nest inmitten der einsamen Westfjorde. Während Pommes und Burger an einer einfachen Würstel-Bude kann ich zufälligerweise miterleben, dass Sigur Rós samt Techniker und Crew auf dem Weg von Ólafsvík nach Isafjörður einen Halt an selber Würstelbude einlegt, an der ich gerade meinen Burger verdrücke. Nichtsahnend erfahre ich dann von dem bevorstehenden Konzert in Isafjörður und entscheide mich, doch einfach die paar Kilometer von Bildudalur nach Isafjörður zu fahren und dort einen eher ungeplanten Zwischenstopp einzulegen.

Das Konzert in Isafjörður war wirklich klasse. In einem alten Fischmarkt performte Sigur Ros vor etwa 400 Leuten. Ein Konzert wirklich zum Schwärmen.

Das gestrige Konzert empfand ich dagegen mehr als eine Enttäuschung. Der Sound klang zeitweise ziemlich schräg und für meinen Geschmack viel zu bassig. Bei den ersten Liedern hatte ich den Eindruck als wollen die Musiker sich nicht auf einen einheitlichen Rhythmus einigen.
Die Performance von Sigur Ros ging irgendwie verloren und das Publikum wollte – abgesehen von ein paar euphorischen Besuchern in den ersten Reihen – nicht wirklich anspringen. Und für viele Besucher schien das Konzert auch Picknickdecken und Campingstühlen ohnehin mehr ein netter Treff mit Freunden und Bekannten.
Zugaben wurden am Ende nur sehr müde eingefordert und am Ende war der Platz schneller leer, als die "Takk"-Musik aus war.

Als Open-Air-Konzert etwas lasch, als Freunde-Treffen-im-Park-mit-netter-Hintergrundmusik bestimmt gelungen.

Bilder gibt es daher nur aus Isafjörður.

P/S: Die weiteren Tourtermine sind übrigens Seyðisfjörður am 03.08. und Ásbyrgi am 04.08.

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