Lavabrocken

Pause! Die Nacht wahr ruhig, allerdings sehr warm in dem beheizten Schlafraum. Freiwillig stehe ich um sieben auf und genieße die aufgehende Morgensonne.
Nach dem Frühstück (diesmal – statt Müsli – Marmelade und Honig aus den „Left-overs“) ein herzlicher Abschied von der Kunststudentin aus Berlin, die zeitgleich mit mir den Laugavegurinn gelaufen ist. Nach 7 Monaten in Reykjavik reist sie demnächst per Schiff zurück nach Deutschland.

Ich lasse den Tag gemütlich angehen: Rucksack um- und einräumen, den Shop erkunden und den dort gefunden Lachs zu einem lecker Mittagessen brutzeln.
Im Laufe des Tages umrunde ich das riesige Lavafeld. Der Weg beginnt zunächst auf der Strecke, die ich tags zuvor hergekommen bin. Der farbige Berg Brennisteinsalda, die Schneefelder in der Ferne und das Lavafeld geben bei dem heutigen Sonnenschein ein bizarres Bild ab. Die Landschaft, das Wollgras und das verschiedene Schwarz des Lavagesteins fasziniert mich und lässt mich an jeder Ecke innehalten.
Meine Tour führt mich an der östlichen Seite des Lavafeldes durch die Schlucht Graenagil. Eine Seite der Schlucht grüner, roter und brauner Fels, die andere Seite das schwarze Lavagestein, tief unten in der canyonartigen Schlucht ein kleiner Bach. Der Weg schlängelt sich irgendwie dazwischen durch. Ich genieße jeden Meter.
Nachmittags ist es nahezu windstill. Ich setze mich auf die Terrasse der Hütte und blinzle in die Sonne. Mit Jacke ist es richtig warm.

Gegen Abend trifft eine große Gruppe der Reykjaviker Uni ein. Dem Sprachkauderwelsch nach zu urteilen, wohl Austauschstudenten. Die Hütte wird proppenvoll.

Nach meinem Abendessen (Spaghetti Napoli) gelingen mir abseits der vollen Hütte schöne Abendfotos. Von Südosten ziehen allerdings dicke Wolken her. Ich weiß nicht, was das für das isländische Wetter bedeutet, hoffe aber für meine morgige Weiterreise nur das Beste. Mit den aufgefüllten Essensvorräten aus dem Fresspaket und dem Zeltequipment ist der Rucksack wieder richtig schwer geworden.

Den Restabend verbringe ich auf der gemütlichen Couch im Foyer und beobachte bei einem heißen Tässchen Tee das hektische Treiben. Die touristische Zivilisation hat mich wieder – schade.

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