Gehörlosen-Rap

„Sie mag Musik nur, wenn sie laut ist, wenn der Boden unter den Füßen bebt“ wusste 1983 schon Herbert Grönemeyer, als er die Zeilen über das gehörlose Mädchen für sein Album „Gemischte Gefühle“ schrieb. Dass Musik für Gehörlose aber mehr sein kann als „laut“, zeigt der finnische Rap-Künstler Marko Vuoriheimo.

Marko ist quasi der moderne Ludwig van Beethoven: Obwohl – oder gerade weil – er gehörlos ist, zählt der Musiker zu einem der bekanntesten und besten Hip-Hop-Künstlern Finnlands. Zusammen mit den beiden hörenden Kim Eiroma und Heikki Soini tritt Marko seit 2004 unter dem Namen Signmark auf.
Die Texte, die sich vor allem mit den Vorurteilen gegenüber Gehörlosen auseinander setzen, werden von Marko selbst geschrieben und auf der Bühne in Zeichensprache aufgeführt. Seine Zeichensprache läuft dabei in einer solchen Geschwindigkeit ab, das sie sich geradezu nahtlos in die üblichen Hip-Hop-Zeichen integriert und fast harmonisch rüberkommt.
Um seine Musik auch hörenden Menschen zugänglich zu machen, leiht Heikki Marko seine Stimme, Kim ist der DJ.
Selbstverständlich erschien auch das Debut-Album „Signmark“ als Paket bestehend aus Audio-CD und DVD, auf der die Videos zu den Liedern in Gebärdensprache angesehen werden können.
Die Sterne stehen gut für Signmark, den aktuellen Schätzungen zufolge hat die Band gute Chancen den finnischen Eurovisions-Vorentscheid in diesem Jahr für sich zu gewinnen und dürfte dann Finnland in der Moskauer Olimpiisky Arena beim 54. Eurovision Song Contest vertreten.


One Comment on “Gehörlosen-Rap

  1. Respekt: Als Gehörloser Musik zu produzieren, ist schon ein Hammer!
    Übrigens: War es nicht so, dass Beethoven erst im Alter taub wurde, als er die meisten Kompositionen schon abgeschlossen hatte?
    Ach ja: Danke für den interessanten Beitrag!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.