Alkohol in Island

Was viele wohl aus Island mit nach Hause nehmen ist: „teuer“. Während der Sommermonate konnte man vermehrt beobachten, dass erschrekt blickende Menschen die staatlichen Alkoholläden „Vín Búð“ verlassen.

Von 1915 bis 1934 herrschte völliges Alkoholverbot in Island. Dass 1934 der Verkauf von Wein und Schnaps legalisiert wurde, hat dabei allerdings rein politisch-wirtschaftliche Gründe: Portugal drohte, keinen isländischen Fisch mehr abzunehmen, wenn es seinerseits nicht Wein nach Island liefern darf.
Bier wurde sogar erst 1989 erlaubt, als das Alkoholverbot völlig aufgehoben wurde.
Es gab zwar auch schon vorher Bier in Island, aber es wurde nur für den Export produziert, für die Botschaften und die US-Army. Oder man musste zum Personal der Fluggesellschaft gehören, dann durfte man eine Anzahl von Dosen oder Flaschen ins Land mitbringen.
Dass Bier für alle legalisiert wurde, hatte allerdings andere Gründe als seinerzeit die Legalisierung von Wein. Es kam immer mehr in Mode alkoholfreise Bier (dessen Verkauf erlaubt war) mit Schnaps (dessen Verkauf ebenfalls erlaubt war) zu mischen. Dies führte schließlich dazu, dass Bier und andere alkoholische Getränke am 01. Mai 1989 legalisiert wurden.

Der Verkauf bleibt seither fest in Staatshand. Etwa 40 Alkoholläden im ganzen Land verkaufen – oft mit fachkundiger Beratung – Bier, Wein und andere Alkoholika aus aller Welt.
Ausserhalb der staatlichen Alkohlgeschäfte ist nur der Verkauf von Leichtbier und alkohlfreiem Wein erlaubt.
Fast alle Restaurants, Cafés, Bistros und Hotels besitzen jedoch eine Schanklizenz, sodass man auf ein kühles Bierchen am Thresen nicht verzichten muss.

Die Preise für jegliche Art von Alkohl sind allerdings enorm. Eine 0,5-L-Dose Bier kostet etwa 2,50 EUR in den Alkohlläden, eine Flasche vom billigsten Wein 35 EUR.
Teuerer wird sogar noch in den Restaurants und Kneipen: 0,5-Liter Bier sind für 6 EUR zu haben, ein Glas Wein ab 5 EUR.

Schuld daran ist die Alkohlsteuer und die Mehrwertsteuer, die beide auf den Alkohlpreisen lasten.
Für jedes Prozent Alkohl über 2,25% werden rund 53 Kronen pro Liter fällig (etwa 60 Cent). Auf den Gesamtpreis kommt dann auch noch 24,5% Mehrwertsteuer oben drauf.
Im Beispiel des beliebten Brennivin-Schnapses (37,5% Alkohol – 1-L-Flasche) heisst das also:

Der Warenwert ist etwa 1200 Kronen (14 EUR) … das ist zumindest der Preis, den man im Duty-Free-Shop bezahlt.
Die Alkoholsteuer berechnet sich dann wie folgt: 1L x (37,5% – 2,25%) x 53 Kronen = 1868,25 Kronen (= etwa 22 EUR).
Mit 24,5% Mehrwertsteuer, ist die Flasche Brennivin in den hiesigen Läden also für etwa 3500 Kronen zu bekommen (42 EUR).

In diesem Sinne: Prost!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.