Abstieg nach Landmannalaugar

Die heutige letzte Etappe beginnt um kurz vor zehn. Wie bereits gestern setzt sich auch heute das farbenfrohe Spiel der Landschaft fort. Fantastisch anmutende bunte Bergrücken, gefärbt von Gelb über Rot bis hin zu Grüntönen – bei dem heute sonnigen Wetter besonders stimmungsvoll. Die Tour geht heute gemütlich über einen leichten Abstieg hinab. Unmittelbar vorbei an immer größer werdenden Hot-Springs. Ein faszinierendes Bild bietet sich bei den kochend heißen blubbernden Löchern. Schleier, Fahnen, Wirbel und Wolken aus Dampf liegen über den Tälern der vielfarbigen Berge. Fauliger Geruch steigt mir in die Nase – es riecht wie in Teufels Küche.
Der Sturm von gestern ist heute in ein angenehmes Lüftchen übergegangen. Allerdings ist die Temperatur bei meinem Start in Hrafntinnusker gerade mal -6°C.

Der Weg führt gemächlich hinab, bis sich wenige Kilometer vor Landmannalaugar ein riesiges Lavafeld vor mir auftut. Bereits von Weitem ist das schwarze, zerklüftete Gestein des erkalteten Lavastroms zu erkennen. Der Weg führt mich quer durch den mächtigen Lavastrom. Unmittelbar danach, direkt an den Hang der erkalteten Lava hingekuschelt, liegt die Hütte von Landmannalaugar [GPS 63°59,448 N / 19°03,711 W].

Nach meiner Ankunft genieße ich ein ausgiebiges Bad in der heißen Quelle. Gleich neben der Hütte findet sich ein einmaliges Bild wieder: ein natürliches Bad in einem heißen Bach, dessen Wasser von saftig grünen Pflanzen umgeben wird. Das erstmal in so einem Naturbad ist schon ein seltsam-gutes Gefühl. Es ist bitterkalt, wenn man nur mit Badehose bekleidet den Holzsteg entlang läuft. Im Wasser ist es angenehm warm, stellenweise sogar etwas zu heiß, während gleichzeitig ein kalter Wind um den Kopf pfeift. Das alles inmitten einer unglaublichen Landschaft.

Nach meinem stundenlangen Bad bescheren mir die per Bus hierher versendeten Sachen ein reichliches Abendessen: Suppe, heiße Schokolade und Penne al’Arrabiata.

Die Hütte, der angrenzende Zeltplatz und der Hot-Pot ist allerdings nach den letzten Tagen in einsamer Idylle fast ein bisschen überlaufen. Nachdem ich mich – nach Bad und Abendessen – eingefunden und umgesehen habe, wirkt dies hier für mich heute sogar abschreckend. Den Abend genieße ich daher bei herrlichem Sonnenuntergang abseits des Trubels und gehe danach schlafen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.